+43 (0) 5352 62523-0
+43 (0) 5352 62523-48
ImageImage
 

Unsere Nikolauskirche

 

DIE KIRCHE ST. NIKOLAUS IN DER WEITAU wurde bereits im 8. Jahrhundert als Urpfarre für das gesamte Leukental durch Glaubensboten des Hl. Rupert gegründet  und weist einen reichen Bestand an sakralen Denkmälern auf, die durchwegs dem Barock angehören und durch hohe künstlerische Qualität gekennzeichnet sind.

Die „Spitalskirche zum heiligen Nikolaus in der Weitau" ist das einzige erhaltene gotische Bauwerk von St. Johann. Im Jahr 1262 haben hier – unmittelbar am alten Fuhrweg nach Westen – die reichen Oberpinzgauer Ministerialen Ulrich und Gebhart von Velben, die auf einen nahen Hügel eine heute nur mehr in spärlichen Mauerresten erkennbare Burg besaßen, ein Hospital und eine Kirche erbauen lassen. Angeblich geschah dies als Sühne für die Untaten ihrer Vorfahren. Zweck dieser Stiftung, zu der auch bis zum Jahr 1957 ein nicht unbedeutender Grundbesitz gehörte, waren regelmäßiger Gottesdienst, Seelsorge für die nähere Umgebung, Beherbergung und Verpflegung von Pilgern und die Verpflichtung, täglich sechs arme Leute zu speisen und zu behalten.

Die Kirche stammt in ihrem Kern aus dem 13.Jahrhundert,wenn auch die Architektur von einem gotischen Umbau um 1460 herrührt. Im 18. Jahrhundert erhielt das kleine Gotteshaus ihr heutiges barockes Aussehen. Aus dieser Zeit stammen der schindelgedeckte Dachreiter mit Zwiebelhaube, die Rundbogenfenster und die großartige spätbarocke Innenausstattung. Der reiche Gewölbestuck stammt wahrscheinlich aus der Werkstatt des bekannten Wessobrunner Stukkateurs Johann Georg Übelherr. Bedeutend sind die anmutigen außergewöhnlich bunten Fresken der Kirche, die am Gewölbe 1744 vom Kitzbühler Simon Benedikt Faistenberger, an den Wänden und auf der Empore 1745 vom Wiener Adam Mölk gemalt wurden.. Das Gewölbe bild im Altarraum zeigt den hl. Nikolaus als Patron der Armen. Die Deckenfresko im Langhaus stellen die 14 Nothelfer und den hl. Nepomuk dar. Die drei marmornen Altäre und die eindrucksvolle Kanzel sind vorzügliche Kunstwerke des Rokoko (um 1770). Das Hochaltarblatt (Glorie der Heiligen Nikolaus, Margaretha und Katharina) das rechte Seitenaltarbild (die 14 Nothelfer) und die beiden Ovals im Aufsatz der zwei Seitenaltäre (rechts Magdalena, links Katharina) schuf der Oberinntaler Maler Johann Michael Greiter (geb. 1736 in Tarrenz). Die Pieta am linken Seitenaltar stammt vom St. Johanner Josef Haid. Die zwei Turmglocken stammen aus der Erbauerzeit (1262) und sind damit die ältesten Glocken von Nordtirol. Ursprünglich hatte die Kirche eine Flachdecke aus Holz und war mit schönen Wandmalereien geschmückt (15. Jahrhundert).

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts verwaltete der Priester Johannes Strauß aus Laufen (1460 – 1494) Kirche und Hospital. Diesem überaus gebildeten, kulturell aufgeschlossen und kunstsinnigen Kaplan verdankt die Kirche sein größtes Kunstwerk, das spätgotische Glasfenster hinter dem Hochaltar. Es ist das einzige bemalte, vollständig erhaltene gotisches Glasfenster in Tirol (1480, Tegernseer Werkstatt). Die zehn Felder zeigen von oben nach unten die Heiligen Afra und Magdalena, Barbara und Dorothea, Papst Sixtus/ Bischof Ulrich und Sebastian, Andreas (mit dem knienden Kaplan Johannes Strauß) und Anna Selbtritt, Nikolaus und Margaretha. Die drei gotischen Marmorsäulen, die bei Umbauarbeiten gefunden und 1981 für den neuen Volksaltar und Ambo wiederverwendet wurden, erinnern an Kaplan Johannes Strauß. Die Ambosäule trägt die Jahreszahl 1466 und den Namen Johannes Strauß. Der reiche Gewölbestuck stammt aus der Werkstatt des bekannten Wessobrunner Stukkateurs Johann Georg Übelher.

Zuletzt sei noch auf drei bemerkenswerte Gedenksteine aus rötlichen Marmor hingewiesen. Im Jahr 1474 ließ Johannes Strauß noch zu seinen Lebzeiten ein Epitaph erstellen. Den Inschriftstein in der Vorhalle ließ Strauß 1483 zu Ehren der Gründer des Hospital errichten. Der dritte Gedenkstein (neben den rechten Seitenaltar) ist zweifellos der künstlerisch bedeutendste (1493).Er trägt die Autorschaft des berühmten Bildhauers Erasmus Grasser aus München.

Zusammenfassend sei festgehalten, dass die Nikolauskirche in der Weitau auf Grund ihrer hervorragenden Ausstattung aus Gotik und Barock zu den qualitätsvollsten Filialkirchen des Landes Tirol zählt.